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Biologischer Moselwein ist Weltspitze

Genuss
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Ein wenig verwundert war er schon. Gegen viele Widerstände hatte Frank Brohl die Weinberge seiner Familie bereits 1984 auf ökologischen Anbau umgestellt. Im beschaulichen Pünderich an der Mittelmosel galt er seitdem als Sonderling. Seinen Weinbaumeister hat er wenig später gemacht. Aber Bio? Damit verband man nur diese seltsam unerotischen Läden, in denen meist eher traurig dreinblickende Verkäufer zwischen staubigen Getreidemühlen und verschrumpelten Karotten für eine neue Esskultur warben. Wer hätte damals gedacht, dass es heute sogar beim Discounter Bioecken gäbe und grüner Glamour sogar Hollywood erobern würde?

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Frank hat an die giftfreie Erzeugung geglaubt und ist seit langem Mitglied bei „Ecovin“, einem Zusammenschluss deutscher Winzer, die „im Einklang mit der Natur“ erwirtschaften. Dass es sich bei denen wohl kaum um Spinner handelt, wurde nun ministeriell bestätigt. Sein Riesling, der „2007er Pündericher Nonnengarten Spätlese trocken“, gewann im letzten Jahr den zweiten Preis beim Wettbewerb des rheinland-pfälzischen Landwirtschaftsministeriums, an dem 1.800 Weine aus zehn Ländern von vier Kontinenten gegeneinander antraten. Châpeau! Und eine späte Anerkennung für viel Knochenarbeit in den Steilhängen an der Mosel, die durch den Verzicht auf Herbizide und andere Spritzmittel noch schweißtreibender ausfällt.

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Letztlich doch ein lohnender Einsatz für das Sensibelchen unter den Weinreben. Der Riesling gilt als König unter den deutschen Weißweinen und verrät wie kein anderer nicht nur die Beschaffenheit des Terroirs. Im Devonschiefer der Pündericher Lage Marienburg ist es Eisenoxid, das in der Flasche besondere Fruchtaromen erzeugt. Im prämierten Nonnengarten wird der Schiefer von rotem Sandstein durchsetzt, ein mineralisches Zusammenspiel, das feine Würze erzeugt. Jetzt beginnt bald wieder die Handlese an den Steilhängen mit optimaler Südwest- und Südostausrichtung, die schon von den Römern vor 2.000 Jahren zum Weinbau genutzt wurden und erfolgreiche Exportartikel gedeihen ließen. Natürlich sind die vielen Trockenmauern nicht wirklich antik, aber ihr Erhalt ist mit der Renaissance des deutschen Weins, und vor allem des Rieslings, auch wieder ökonomisch sinnvoll. Frank Brohl ließ auch einiges richten, um seine Hänge zu sichern und eine malerische Kulturlandschaft zu erhalten. „Slow Food Deutschland“ engagiert sich ebenfalls beim Trockenmauern. Damit eine malerische Kulturlandschaft und ihre Erzeugnisse erhalten werden können.

Zusammenfassung aus der „Living 05/2009“

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