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Gartenarchitekten

Jan van Opstal und Jo Willems kommen von der Bühne – und haben sich in Holland als virtuose Gartenarchitekten nicht nur mit ihrem Heerenhof einen Namen gemacht.
Als Jan van Opstal und Jo Willems begannen, auf dem Gelände des Heerenhofs in Maastricht einen Garten anzulegen, befand sich hier nur Brachland. Heute schreitet der Besucher durch zahlreiche Gartenräume und trifft am Ende des 125 Meter langen Gründstücks auf die Folly – ein Gebäude aus gesammelten Feldsteinen, alten Klinkern und anderem Baumaterial vom Trödler. Das Gelände wurde leicht terrassiert als kleine Bühne gestaltet, zu der man durch ein schmiedeisernes Tor gelangt. In den beiden Terracottatöpfen: wächst die Funkie „Big Daddy“.

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Im Frühsommer zeigt sich die leicht erhöhte Terrasse direkt am Haus in ganzer Pracht. Ein Blauglockenbaum, „Paulownia“, sorgt für etwas Schatten in der Mittagssonne und gibt auch der japanischen Wachsblume zu seinen Füßen etwas Schutz. Auf der Gartenmauer aus Klinker hat sich eine Glyzinie breitgemacht – ein romantisches Bild, bei dem die spät berufenen Gartenarchitekten nicht auf die südlich inspirierten Tontöpfe aus Italien verzichten wollten.
Jan van Opstal war früher Tänzer und arbeitet heute noch als Choreograf. Sein Partner Jo Willems bildet Schauspieler aus. Mittlerweile arbeiten sie auch als Gartenarchitekten mit eigenem Studio auf ihrem Heerenhof. Dort kann man die ganze Vielfalt ihrer grünen Pläne besichtigen, die von der intimen Szene unter Rankengeflecht bis zu einer formellen Gestaltung mit graden Linien und klaren Symmetrien reichen.
Eine kleine Szene an der Terrasse zeigt eine Gartenbank und einen großen Pokal aus Eisen, der von den Herren des Heerenhofs in Portugal entdeckt wurden. Mittlerweile hat Efeu von dem Gartenmöbel Besitz ergriffen – vor der stattlichen Kugel aus getrimmtem Buchsbaum und den Blütenbällen des Alliums.

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Früher kannte man Artischocken nur von Restaurantbesuchen in der Provence oder in Italien. Inzwischen hat sich die Verwandte der Distel auch als schmuckes Rabattengrün auf den Weg nach Norden gemacht. Denn die silbrig überhauchten, scharf gesägten Blätter sind einfach ein Blickfang, und ihre kugeligen Blütenköpfe welken schön.
Kleine Entdeckungen auf dem Heerenhof in Maastricht. Zu ihnen zählt das Liliengewächs „Nectaroscordum siculum ssp. bulgarium“ aus dem Süden Europas mit seinen hängenden Doldenblüten. Diese hellblaue Clematishybride klettert an einer Spalierlinde in die Höhe und passt farblich zu der himmelblauen Schwertlilie, die jetzt im Frühsommer in Blüte steht, wenn der Garten an den Wochenenden für Besucher geöffnet ist.

Zusammenfassung aus der „Living 03/2009“

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